Schon gewusst?
Alles über die Niere – ein geniales Organ und seine Wechselwirkung mit Bluthochdruck
16. März 2026
März ist der Monat des Welt-Nieren-Tags. Unsere Nieren sind lebenswichtige homöostatische Organe, die für die Aufrechterhaltung der inneren chemischen Stabilität unseres Körpers verantwortlich sind. Sie erfüllen mehrere wesentliche Funktionen wie die Filtration des Blutes und die Ausscheidung von Stoffwechselabfällen, die Regulierung des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts, die Gluconeogenese, die Säure-Basen-Homöostase sowie endokrine Funktionen. Außerdem sind unsere Nieren für die Blutdruckkontrolle unerlässlich. Grund genug, dieses wichtige Organ und seinen Zusammenhang mit Bluthochdruck genauer unter die Lupe zu nehmen.
CKD als weltweit großes Risiko
Leider können unsere Nieren auch krank werden. Schätzungen zufolge leiden 10 % der Weltbevölkerung an Chronischer Nierenerkrankung (CKD)1, und die viele Patienten mit CKD haben auch Bluthochdruck.2
Bluthochdruck und CKD sind eng miteinander verbundene Krankheitsbilder, die sich in einem sich selbst verstärkenden Kreislauf gegenseitig beschleunigen. Etwa vier von fünf Patienten mit CKD leiden an Bluthochdruck, was die zentrale Rolle des erhöhten Blutdrucks (BP) beim Fortschreiten einer Nierenerkrankung verdeutlicht. Die Folgen sind schwerwiegend: Im Jahr 2017 waren CKD und damit verbundene kardiovaskuläre (CV) Erkrankungen für 4,6 % der weltweiten Todesfälle verantwortlich.3 Das Verständnis dieser Wechselwirkung ist für Kliniker, die den Nierenfunktionsverlust verlangsamen und die kardiovaskuläre Morbidität senken wollen, von entscheidender Bedeutung.2
Pathophysiologischer Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und CKD
Beide Erkrankungen verstärken sich gegenseitig:
- Bluthochdruck beschleunigt das Fortschreiten der CKD durch mechanische und entzündliche Nierenschäden.
- CKD verschlimmert die Hypertonie durch eine Hochregulation des RAAS, eine beeinträchtigte Natriurese und eine Hyperaktivität des sympathischen Nervensystems (SNS).
Diese bidirektionale Pathologie führt zu einem erhöhten kardiovaskulären Risiko.4
Wie Bluthochdruck das Fortschreiten der CKD vorantreibt
Unkontrollierter Bluthochdruck führt zu strukturellen und funktionellen Schäden an den Nierengefäßen, den Glomeruli und dem tubulointerstitiellen Gewebe. Ein chronisch erhöhter Blutdruck erhöht den intraglomerulären Druck, was zu einer Hyperfiltrationsschädigung und einer fortschreitenden Glomerulosklerose führt. Es gibt Belege dafür, dass unkontrollierter resistenter Bluthochdruck das Risiko, innerhalb von fünf Jahren eine Nierenerkrankung im Endstadium (ESRD) zu entwickeln, deutlich erhöht.4
CKD als Ursache für Bluthochdruck
Mit fortschreitender Verschlechterung der Nierenfunktion tragen verschiedene Mechanismen zum Anstieg des Blutdrucks bei, darunter:
- Aktivierung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS)
- Natrium- und Flüssigkeitsretention
- Erhöhte Aktivität des sympathischen Nervensystems (SNS)
Eine Hyperaktivität des SNS ist bei CKD besonders gut dokumentiert. Eine Schädigung des Nierengewebes verstärkt die afferenten Nervensignale an das Gehirn, was den gesamten sympathischen Ausfluss verstärkt und die Hypertonie verschlechtert.5
Gute Blutdruckkontrolle ist wichtig, um die CKD-Progression zu verlangsamen
Ein niedrigerer systolischer Blutdruck, eine RAAS-Blockade und strenge Blutdruckziele tragen alle dazu bei, den glomerulären Druck, die Proteinurie und den Rückgang der eGFR zu verringern. Dennoch leiden etwa 40 % der CKD-Patienten an resistenter Hypertonie aufgrund von Polypharmazie, Adhärenz-Probleme oder physiologischer Resistenz.4 Dies unterstreicht den Bedarf an einfachen, dauerhaften blutdrucksenkenden Therapien, insbesondere an nicht-medikamentösen, sondern interventionellen.

Fazit: Schutz der Nieren bedeutet einen gesunden Blutdruck – und umgekehrt
Die Nieren sind Helden unseres Körpers, die geschützt werden müssen, um unsere allgemeine Gesundheit zu schützen – nicht nur am Welt-Nieren-Tag. Bluthochdruck und chronische Nierenerkrankung sind pathophysiologisch miteinander verbunden und verstärken sich gegenseitig durch Mechanismen, wie die Aktivierung des renalen Angiotensin-System (RAAS), Natriumretention und eine Hyperaktivität des sympathischen Nervensystems. Eine optimale Blutdruckkontrolle bleibt die wirksamste Strategie, um das Fortschreiten der CKD zu verzögern, und eine interventionelle, nicht-medikamentöse Therapie könnte eine gute Strategie sein, da sie rund um die Uhr wirkt und dadurch Adhärenz-Probleme sowie das Risiko potenzieller neuer Nebenwirkungen durch die Zugabe weiterer Medikamente verringert.
Quellen:
- Global Facts: About Kidney Disease | National Kidney Foundation
- Muntner P , Anderson A , Charleston J et al. Hypertension awareness, treatment, and control in adults with CKD: results from the Chronic Renal Insufficiency Cohort (CRIC) study. Am J Kidney Dis, 2010
- Bikbov B, Purcell CA, Levey AS et al. Global, regional, and national burden of chronic kidney disease, 1990–2017: a systematic analysis for the global burden of disease study 2017, Lancet North Am Ed, 2020, 395 709 – 733
- R E Schmieder, Renal denervation in patients with chronic kidney disease: current evidence and future perspectives, Nephrology Dialysis Transplantation, Volume 38, Issue 5, May 2023, Pages 1089–1096, https://doi.org/10.1093/ndt/gfac189
- R E Schmieder, New Frontiers in CKD Therapy: Renal Denervation, accessed Feb 19th 2026
- Veelken R ,Schmieder RE , Renal denervation– implications for chronic kidney disease, Nature reviews. Nephrology, 15 Apr 2014, 10(6):305-313,
- Markus P Schlaich, Renal Denervation in Patients With Moderate to Severe Chronic Kidney Disease, accessed Feb 19th 2026
- Study Details | NCT04264403 | Renal Denervation in Chronic Kidney Disease – RDN-CKD Study | ClinicalTrials.gov, accessed Feb 19th 2026
- Transformation of the Kidney into a Pathological Neuro-Immune-Endocrine Organ | Circulation Research
Anwendungsgebiete
Das Paradise™ Ultraschall-Nierendenervationssystem (Paradise™-System) ist zur Senkung des Blutdrucks als Zusatztherapie bei Bluthochdruckpatienten indiziert, bei denen eine Anpassung der Lebensweise und blutdrucksenkende Medikamente den Blutdruck nicht ausreichend kontrollieren können.
Die Ergebnisse können variieren. Zu den häufigsten Risiken zählen Schmerzen, Verletzungen an der Gefäßstelle und Vasospasmen. Siehe vollständige wichtige Sicherheitsinformationen: https://www.recormedical.eu/paradise-ultrasound-rdn-system/#safety
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